In der heutigen schnelllebigen Zeit, in der sich Entwicklungen überschlagen, müssen zukunftsfähige Berufsschulen ihre Schülerinnen und Schüler bereits heute dazu befähigen, sich Wissen selbstorganisiert und selbstgesteuert anzueignen. Eine wesentliche Unterstützung bei der Bewältigung dieser schulischen Herausforderung sind hierbei virtuelle Lernformen, die zudem die Chance auf zukunftsorientierte, innovative Gestaltung und Organisation von Unterricht eröffnen.
Aus diesem Grund hatte sich die Martin-Behaim-Schule als Pilotschule im Rahmen des Modellprojekts ViLBe (Virtuelles Lernen in Berufsschulen) beim Hessischen Kultusministerium zusammen mit 30 weiteren beruflichen Schulen hessenweit beworben.
Nach eingehender Prüfung der Konzepte wurden fünf Schulen beziehungsweise Kooperationen von Schulen aufgeteilt nach den Regionen Nord, West, Ost, Mitte und Süd ausgewählt. Die ausgewählten Pilotschulen fungieren in ihrer Region als Ansprechpartner und Berater für andere berufliche Schulen mit E-Learning-/Blended-Learning-Konzepten.
Für die Region Süd nehmen als Pilotschulen gemeinsam die Heinrich-Emanuel-Merck-Schule mit der Friedrich-List-Schule und der Martin-Behaim-Schule für das Berufsschulzentrum Darmstadt Nord, sowie die Landrat-Gruber-Schule aus Dieburg teil.
Neben 16 weiteren hessischen beruflichen Schulen nimmt die Martin-Behaim-Schule Darmstadt an dem Modellprojekt Selbstverantwortung plus des Hessischen Kultusministeriums teil.
Ein wesentlicher Schwerpunkt der Arbeit innerhalb dieses Modellversuches liegt für die Martin-Behaim-Schule im Handlungsfeld 1 "Qualitätsentwicklung". Hierbei ist für den Verlängerungszeitraum des Modellprojektes über den 31.12.2009 hinaus bis zum 31.12.2011 im Handlungsfeld Qualitätsentwicklung folgendes Ziel zu erreichen:
"Der Unterricht ist geprägt von selbstorganisiertem und individualisiertem Lernen. Den Schülern stehen die dazu notwendigen Lernumgebungen sowie Medien und Materialien zur Verfügung. Eine Lernplattform ist eingerichtet und unterstützt die Lernprozesse."
Im Bereich Selbstorganisiertes Lernen (SOL) wurde bisher an der MBS ein SOL-Einführungsworkshop mit Dr. Martin Herold vom Institut für Selbstorganisiertes Lernen durchgeführt. Eine Informationsveranstaltung an der Berufsbildenden Schule Westerburg zu selbstorganisiertem, individualisiertem Lernen und offenen Raumkonzepten zeigte die praktischen Umsetzungsmöglichkeiten der im Handlungsfeld 1 geforderten Ziele auf. Beide Veranstaltungen bilden die Ausgangsbasis für die Einführung und Implementierung von SOL-Konzepten an der MBS.
Derzeit wird als virtuelle Lehr- und Lernform die reine Datenaustauschplattform lo-net2 genutzt. Mittelfristig ist der Einsatz einer Lernplattform bzw. Learning Management Systems (LMS) wie zum Beispiel moodle zur Unterstützung der Lernprozesse geplant.